Ein Kommentar von Manfred Wolff.
Hinter neuen Modeworten von Meinungsmachern, die öffentlich einfach nachgeplappert werden, steht kein neuer Inhalt. Finanzierung bedeutet die Beschaffung von liquiden Mitteln zur Erfüllung von Aufgaben. Was bitte, soll dann „Gegenfinanzierung“ sein? Vielleicht: Wir haben Geld schon mal ausgegeben, da ist ja die Hälfte der harten Arbeit schon gemacht. Jetzt müssen wir nur noch „gegenfinanzieren“. Da macht es sich z.B. die Politik sehr einfach, weil sie mit dem Wort suggeriert, es sei doch schon toll gehandelt worden. Notfalls wird einfach mal ein „Sondervermögen“ dafür definiert. Jeder von uns weiß, dass die schwere Aufgabe nicht darin besteht, Geld auszugeben, sondern darin, es zu beschaffen. Warum nicht klar von Finanzierung sprechen, die noch offen ist?! Der Begriff „Übergewinn“ ist der gleiche Quatsch. Wer will denn entscheiden, wo der Gewinn in „Übergewinn“ übergeht? Ein politisches, emotionales Zentralkomitee von Superschlauen, die statt dem Markt erklären, wo der Rest aus Umsatz minus Kosten liegen darf? Die sich erdreisten besser zu wissen, was in welcher Frist zu den Kosten gehört? Sorry Leute, auch wenn uns die Mineralölkonzerne mit den Spritpreisen gerade mal wieder abkassieren, hat das nichts mit doch eher emotional motivierten und keinesfalls sauber quantifizierbaren „Übergewinnen“ zu tun, sondern schlicht nur mit Oligopolen. Der Wettbewerb funktioniert nicht. Nur daran kann und sollte auch gearbeitet werden. Lasst uns darauf achten, dass uns Begrifflichkeiten nicht den Blick vernebeln, weil sie bewusst unsachgemäß gesetzt werden. Dazu gehören auch „Unkosten“, „Megapreise“ und „Kryptowährung“. Letzteres heißt korrekt Kryptoassets, weil eine Währung immer staatlich garantiert ist und ein gesetzliches Zahlungsmittel darstellt. Das trifft auf Bitcoin & Co. nicht zu. Mit anderen Worten: Cerebralphimose ist keine Form von Neurodiversität. 🙂
