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Initiativen

Eine kurze Einführung in die aktuelle politische Problemstellung, den Denkansatz des CoviScope und die dadurch ermöglichte neue Lockerungs- und Smart Cocooning Strategie.

Man darf Fehler machen, aber nicht zweimal den gleichen. Worauf es jetzt für die westlichen Demokratien vor allem ankommt, ist als Gemeinwesen zu lernen,

– für die nächste Phase,

– für eine mögliche zweite und weitere Wellen,

– für die Möglichkeit einer gefährlichen Mutation oder gar einer neuen Pandemie.

Aus der in der westlichen Welt noch völlig unbewältigten SARS-Cov-2-Pandemie lässt sich schon jetzt eines ganz klar lernen: Für die Bewältigung von Pandemien in einer globalisierten Welt gibt es eigentlich nur zwei wirklich erfolgreiche Strategien, eine intelligente, die Vorbereitet-Sein sowie Mut und Konsequenz erfordert, und eine totalitäre.

– Hauptmerkmal der intelligenten Strategie ist, dass schon sehr früh sehr entschlossen interveniert wird. Inhaltlich beruht sie auf drei Komponenten, flächigem Testen, intrusivem Tracking und der konsequenten Isolation von Infizierten und ihren Kontaktpersonen.

– Die totalitäre Strategie verhängt einen globalen, mit brachialen Mitteln durchgesetzten Lockdown. Dieser beeinträchtigt die Wirtschaft sehr, aber nur für einen relativ kurzen Zeitraum.

Zu dem ersten Weg waren wir aus strukturellen Gründen, aber auch aufgrund mancher der handelnden Personen nicht in der Lage. Der zweite Weg ist für an dem Ideal der Menschenwürde ausgerichtete Demokratien keine Option. Dennoch haben wir uns in Deutschland bislang ganz passabel geschlagen.

Wenn man aber ehrlich ist, muss man auch zugeben, dass die SARS-CoV-2-Pandemie viele der strukturellen Schwächen unserer westlichen „Schön-Wetter-Demokratien“ gnadenlos aufgedeckt hat:

– Die Kriterien, nach denen Personen in hohe Ämter gewählt werden, haben oft kaum etwas mit den Eigenschaften zu tun, die sie bräuchten, um diesen Ämtern dann auch gerecht zu werden.

– Nachdenken über die Zukunft, weitsichtige Innovationsstrategien und verantwortliche Vorbereitung auf Eventualfälle sind bei den Wählern nicht gefragt. Auch die Medien versagen in ihrer Sucht nach Skandalen und Sensationen darin, dies zum Thema und zum Kriterium zu machen.

– Das ständige Buhlen um Wählergunst und ständiges Kompromisssuchen sind mit klarsichtiger, mutiger Führung in der Krise nahezu unvereinbar. Nur politische Ausnahmetalente können dies halbwegs – und meist auch nur für einen begrenzten Zeitraum – miteinander verbinden.

– Selbst in wissenschaftlichen Beratungseinrichtungen, werden oft Personen aus politischen Gründen an die Spitze gehievt, die in Krisen dann weitgehend versagen, aber nicht mehr ausgetauscht werden können.

Alle diese Schwächen müssen wir nach der Krise in Angriff nehmen. Nur dann werden wir die Demokratie und unsere freiheitlich-rechtsstaatliche Grundordnung erhalten – die ihrerseits wiederum die Voraussetzung unserer europäischen, auf der Idee der Menschenwürde aufbauenden und auf die Verbindung von individueller Freiheit und sozialer Verantwortung ausgerichteten Lebensform sind.

So viel vorab zu den politischen Rahmenbedingungen, mit denen die folgenden Vorschläge zurechtkommen müssen. Ganz konkret geht es jetzt jedoch darum eine intelligente Strategie für die nächsten 6- 12 Monate zu entwickeln. Deren Eckpfeiler lassen sich schon einigermaßen klar formulieren:

– Ein monatelanges Hin-und-Her zwischen partiellen Lockerungen, ansteigenden R-Faktoren und deshalb wieder erforderlichen Verschärfungen des Lockdowns wäre fatal, sowohl gesundheitspolitisch wie auch von seinen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen her.

– Zugleich ist die Situation zu sehr von komplexen Wechselwirkungen und nicht-linearen Dynamiken geprägt, als dass es einen Masterplan geben könnte. Wir müssen ständig dazu lernen und adaptiv handeln. Dies aber hat eine entscheidende Voraussetzung: Viel mehr Transparenz.

– Unsere mächtigste Waffe im Kampf gegen die Pandemie haben wir noch nicht einmal erkannt, geschweige denn genutzt: Ein KI-basierter, rapider Erkenntnisgewinn und daraus abgeleitete, ständig aktualisierte Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung, Ärzte und Bürger.

– Das „CoviScope“ hat genau diese Aufgabe. Es ist mit den derzeit schon vorhandenen oder gerade noch in Entwicklung befindlichen Symptom-Checkern und Tracking voll kompatibel und greift deren Ergebnisse auf. Auf der Basis von den so gewonnenen Daten sowie einer dritten, neuartigen Bürger-App, wird ein kontinuierliches, upgedatetes Lagebild geschaffen und es werden die jeweiligen Handlungsspielräume für Politik, Verwaltung, Ärzte und Bürger aufgezeigt.

– Insgesamt besteht das CoviScope aus drei Grundkomponenten, erstens einer neuartigen Bürger-App, der „CoviApp“, zweitens dem „CoviBrain“ als zentraler Datenerfassung und Auswertung, sowie drittens dem „CoviPad“ als einem Tablett zur laufenden Information- und Arbeitsunterstützung der Ärztinnen und Ärzte.

– Bei der ersten Komponente, der CoviApp, geht es um Erkenntnisgewinn und die Eröffnung neuer Handlungsmöglichkeiten in den folgenden vier Dimensionen:

(1) Wir suchen systematisch nach schon zugelassenen Wirkstoffen, deren langfristige Einnahme bei Risikopatienten zu einem asymptomatischen oder milden Verlauf beigetragen haben könnte.

(2) Wir identifizieren Genesene, die einen asymptomatischen oder milden Verlauf der Infektion hatten und laden sie zu einem Anti-Körper-Test ein. Fällt dieser positiv aus (AK+), so werden sie um eine ca. 45 Minuten in Anspruch nehmende Plasmaspende gebeten und erhalten eine Carte Blanche. Hintergrund dafür ist, dass die Gabe von Antikörper-Plasma zur Zeit die mit Abstand wirkungsvollste und zugleich am wenigsten gefährliche Intervention bei schwererkrankten Covid-19-Patienten darstellt.

(3) Wir ermöglichen „Smart Cocooning“ für die am meisten Gefährdeten. Diese werden nicht mehr „weggesperrt“ und vor Ort versorgt. Sie können sich vielmehr frei bewegen, aber in zeitlich und/oder räumlich so ausgewählten Bereichen, dass ihre Virus-Exposition konsequent minimiert wird. Wer nicht zu dieser Gruppe gehört, erfährt über die CoviApp seinen aktuellen Risiko-Status, z.B. auf einer Skala von 0 (AK+) bis 5. Als unmittelbare Kontaktpersonen für die am meisten Gefährdeten kann dann im Wesentlichen auf den – zum Glück ja rasch anwachsenden – Personenkreis mit RS 0 zurückgegriffen werden. Hier geht es vom Betreuungspersonal in Alten- und Pflegeheimen, über spezielle Wege und spezielle Bereiche in öffentlichen Parks oder Behörden, bis hin zu speziellen Zeitzonen oder Räumlichkeiten mit RS 0-Personal in Gaststätten und Läden. All diese Smart-Cocooning-Bereiche müssen nicht physikalisch ausgewiesen werden. Die Bürger können in Echtzeit über ihre Covi-App darüber informiert werden, ob ihr Aufenthaltsort bzw. ihr Ziel zu ihrem derzeitigen RS-Wert passt oder nicht.

(4) Wir ermöglichen „Smart Testing“ als eine neue Form von dezentralen klinischen Tests in kleineren Gruppen mit der Möglichkeit einer verzuglosen Anpassung des jeweiligen Versuchsprotokolls. Bislang sind klinische Tests sehr zeit- und kostenaufwendige Verfahren, die relativ starren Protokollen folgen – und deshalb oft auch nur einen sehr überschaubaren Erkenntnisgewinn bringen. Der wiederum stark KI-basierte Smart Testing-Ansatz ermöglicht eine parametrische Variation nahezu aller Variablen. Man kann z.B. mit extrem geringen Dosierungen eines neuen Wirkstoffs beginnen. Die Testteilnehmer dokumentieren dann mit festlegbarer Frequenz, in jedem Falle aber mehrmals täglich, ihre aktuelle Befindlichkeit – mit besonderer Betonung aller positiven oder negativen Veränderungen. Mittels einer KI-basierten Synopse können dann in Echtzeit auch schon erste, schwache Anzeichen problematischer Entwicklungen erkannt und es kann darauf ohne jeden Zeitverzug reagiert werden. So kann die Entwicklungszeit neuer Medikamente und Impfstoffe signifikant verringert werden.

– Die zweite Grundkomponente des Gesamtsystems ist das „CoviBrain“. Hierbei handelt es sich erstens um den Ort der zentralen Datenerfassung und Auswertung. Zweitens wird dort das ständig aktualisierte, einen synoptischen Überblick gebende und von dort aus dann frei zoombare Lagebild für Politik und Verwaltung erzeugt. Die dritte Funktion des CoviBrain ist die Sichtbarmachung der aktuellen Handlungsspielräumen sowie die Erzeugung von daraus abgeleiteten, Schritt für Schritt nachvollziehbaren Handlungsempfehlungen.

– Die dritte Grundkomponente ist das „CoviPad“. Dabei handelt es um eine sogenannte „cognitive workbench“ für Ärzte und Ärztinnen. Dies ist eine personalisierbare Arbeitsumgebung, die wiederum drei Funktionen hat. Erstens werden alle Nutzer ständig – in einer nach individuellen Präferenzen gestaltbaren Form – mit den neuesten relevanten Informationen versorgt. Zweitens werden die Erstellung und Dokumentation von Anamnese, Diagnose und Therapiezusammenstellung massiv vereinfacht, sodass gut zwei Drittel der heutigen Eingabe- und Verwaltungslast entfällt. Drittens werden die jeweils aus dem neuesten Kenntnisstand resultierenden Handlungsmöglichkeiten patientenspezifisch graphisch dargestellt und die entsprechenden Abwägungs- und Entscheidungsprozessen in transparenter, Schritt für Schritt nachvollzieh- oder auch bezweifelbarer Weise unterstützt. Dies geschieht ganz bewusst unter Vermeidung jeglicher „black box“-Effekte und jeglicher Form der Bevormundung.

Insgesamt soll das CoviScope dazu beitragen unseren bisherigen Umgang mit der SARS-CoV-2-Pandemie gleichsam vom Kopf auf die Füße zu stellen. Während wir bislang extrem viel im Blindflug agieren und weitreichendste Entscheidungen in sehr kontroversen, oftmals nur wenig auf Sachargumenten basierenden Prozessen zustande kommen, soll hier, soweit unter Einsatz der neuesten Technologien nur irgend möglich, Transparenz geschaffen und damit die Voraussetzung für erkenntnisgeleitetes und verantwortliches Entscheiden und Handeln geschaffen werden.

Der große Vorteil ist, dass die Parmenides Stiftung auf ca. 20 Jahre an Grundlagenforschung zu komplexem Denken sowie gut 10 Jahre der anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu genau diesem Thema, der KI-Unterstützung von medizinischen Denk- und Entscheidungsprozessen, zurückgreifen konnte. Dadurch liegen alle Module des CoviScope schon in der ein oder anderen Form vor und müssen nur noch für diese spezielle Aufgabenstellung angepasst und zu einem Gesamtsystem integriert werden. Aufbauend auf den schon im Januar begonnenen Arbeiten an dem konkreten CoviScope-Projekt können die ersten Module, d.h. schon autonom nutzbare Teile der CoviApp und des CoviBrain, innerhalb von 2-3 Wochen einsatzbereit sein. Eine erste Version des Gesamtsystems kann bis Ende Juni oder Anfang Juli fertiggestellt werden. Dies macht es möglich, Politiker und Verwaltung, Ärztinnen und Ärzte sowie Bürgerinnen und Bürger noch während der entscheidenden nächsten Monate mit neuen strategischen Optionen und neuartigen Service-Leistungen zu unterstützen.

Autor: Prof. Dr. Albrecht von Müller

… ermöglicht besondere persönliche Gespräche an besonderen Locations. Wir verstehen dies als Brücke zwischen Alt und Jung, Erfahrung und Erkundung. Diese App informiert über aktuelle und bisherige Treffen.

Unsere Gespräche ermöglichen eine Bestimmung des eigenen Weges von Nachwuchskräften und engagierten Junior(inn)en. Sie fördern Aufgeschlossenheit, Toleranz und Engagement. Sie bieten die Chance, außergewöhnliche Menschen aus der Nähe kennen zu lernen und Anregungen für die eigene Weiterentwicklung zu gewinnen. Unsere Veranstaltungen sind nicht-öffentlich und nicht-kommerziell. Die Teilnahme ist personenbezogen und nicht übertragbar.

Privatissime bedeutet, dass die Gesprächsinhalte vertraulich bleiben. Nach 2-3 Stunden Gespräch gehen alle den eigenen Weg wieder weiter.

Weitere Informationen: colloquium-privatissime.de

Bereits seit 2005 arbeitet der BDOA e.V. an einem Konzept, das nach Scheinen und Münzen auch elektronische Digits als dritten „Aggregatzustand“ des Bargeldes ermöglichen soll. 2008 und 2009 gab es dazu zusammen mit dem HDE, bevh, Eurocommerce und der Kanzlei GSK Stockmann auch eine Präsentation durch den BDOA bei der EZB. Die handelnden Personen der EZB gaben dem BDOA zwar in der Analyse und den Schlussfolgerungen Recht, sahen jedoch daraus noch keine eigene Handlungsnotwendigkeit. Ziel wäre es, die bisher rein privatwirtschaftlich organisierte digitale direkte Zahlungslandschaft auch durch EZB-Standards oder die eigene Herausgabe von Euro-Digits zu gestalten. Die bisher übliche a) umfangreiche Erhebung personenbezogener Daten bei Zahlungsvorgängen sowie die b) Kontrolle M1-ähnlicher Geldmengen außerhalb des Einflussbereiches der EZB könnten damit verringert werden. Der BDOA hält vor allem letzteres für dringend geboten. Denn eine Volkswirtschaft, die ihre Geldwirtschaft nicht mehr komplett kontrolliert, verlöre damit unseres Erachtens schon mittelfristig auch Einfluss bei der Gestaltung von Politik und Lebensverhältnissen.

Weitere Informationen: info@bdoa.de   

Mithilfe digitaler Unterstützung ist eine fahrspurabhängige Straßenbenutzungsgebühr (LBRP, lane based road pricing) aus Sicht des BDOA sinnvoller, als pauschale Abgaben in diesem Bereich. Das Konzept stellte der BDOA bereits 2004 erstmals vor, aktuell wird es wieder überarbeitet.

Grundgedanke ist, dass die Straßennutzer (primär Autobahn) durch Anreiz dazu angehalten sind, rechts zu fahren und die linkeren Spuren für schneller Fahrzeuge eher frei zu lassen. D.h. es handelt sich im besten ordoliberalen Sinn um zielführende Rahmenbedingungen für die Verkehrsteilnehmer anstelle interventionistischer Eingriffe. Wenn z.B. die linke Spur 4 Cent/km kostet, die mittlere 2 Cent/km und die rechte wäre free-of-charge, dann würde das den Verkehrsfluss erheblich verbessern. Grundkonzept: Eilige Verkehrsteilnehmer würden über Gebühren die Straßennutzung der übrigen Verkehrsteilnehmer so mit finanzieren. Übergangsregelungen für Überholvorgänge (z.B. jeweils 800m free-of-charge auf jeder Spur) sowie für Staus. Die Abrechnung könnte über Online Payment und GPRS Systeme bereits heute problemlos abgewickelt werden. Durch „pay-as-you-go“ würden auch keine personenbezogenen Daten erfasst, d.h. mit Zahlungseingang würden alle Daten des Nutzers unwiederbringlich gelöscht. Den Nachweis hat allein der Nutzer und kann ihn, falls keine Kontrollen erfolgen, durch Voreinstellung automatisch beim Verlassen der Autobahn selber wieder löschen.

Weitere Informationen: info@bdoa.de

Unter dem Arbeitstitel “ESSO” stellt der BDOA e.V. ein Konzept für intereuropäische Zusammenarbeit vor, das den aktuellen sozialökonoimschen Risiken zeitgemäß entgegenwirken soll.

Es wird eine Organisation angedacht, die “European Social Services Organisation”, mit dem Ziel sozialen, wirtschaftlichen, ausbildungsseitigen und friedenerhaltenden Ausgleich zu schaffen. Diese Organisation soll in allen Bereichen Gruppen koordinieren, die sich digital austauschen und individuelle Arbeitsziele erreichen sollen. Hierbei sind die Bereiche “Education & Society”, “Health & Sports”, “Infrastructure & Maintenance”, “Nature & Environment”, “Law & Administration” und “Defence & Combats” vorgeschlagen.

Die Konzeption kann man im Folgenden herunterladen – der BDOA e.V. freut sich über Feedback und Anregungen an die info@bdoa.de.