info@bdoa.de   033123189502

Initiativen

Ansatz für ein umfassendes praktikables Schema kognitiver Ähnlichkeiten zum Verständnis der Realität in Mustern

Was hat die Varusschlacht mit einem Handtuch zu tun?

WORUM ES GEHT

Hin und wieder beschleicht uns das Gefühl: Hey, das kenne ich doch schon. Von irgendwo her. Orte oder Situationen, in denen wir uns mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nicht befunden haben, die uns aber trotzdem vertraut sind. Natur-Entwicklungen, die sich seltsam wiederholen. Eigene Gewissheit, Dinge mithilfe vertrauter Mittel in eine gewünschte Richtung zu lenken. Oder die Erfahrung, dass große Mengen viel bewegen. Bekannte Räume sind uns nach langer Zeit noch vertraut. Erfahrung mit einer individuellen Beschaffenheit lässt auch größere Mengen davon noch vertraut erscheinen. D.h. wenn sich Eigenschaften in anderem Gewand, in anderer Zeit oder an anderem Ort wiederholen, können sie uns vertraut sein, weil wir sie aus einer Wesensart heraus schon kennen.       

Häufig jedoch ist unser Denken durch Konditionierung eingeengt. Wissen wird, getrieben durch unsere Schwächen wie Eitelkeit, Hochmut, Neid und Habgier oder einfach fehlender Fähigkeit zur Abstraktion von Komplexität gerne in sinnabschneidenden Grenzen oder als zusammenhanglose Aufzählung vermittelt. Das ist die Mathematik, das ist die Biologie, das ist die Kunst, das ist die Ökonomie, usw. Die Kunst einer mathematischen Gleichung oder die inhärente Schönheit von Primzahlen werden so völlig zu Unrecht als Nerd-Wissen isoliert. Wenn wir aber diese engen Grenzen überschreiten, wenn wir versuchen, unser Denken, Lernen und unsere Versuche zur Problemlösung jenseits des bekannten Wissens einer Branche, einer Wissenschaft oder einer Sozialgemeinschaft mit Grenzüberschreitung entwickeln, dann zeigen interdisziplinäre Forschung in der Wissenschaft, Benchmarking in der Wirtschaft, gemischte Kultur in der Natur und viele andere dass wir zu vollkommen neuer Wirksamkeit, neuen Methoden und neuen Erkenntnissen gelangen können.

Dieser Aufsatz versucht, gemeinsame Nenner als Dimensionen aufzuspannen, in denen in der Folge jeder seine Wahrnehmungen, sein Wissen und seine Modelle aus seiner Perspektive als Bausteine in eine Struktur ähnlicher Phänomene einstellen kann. Es ist der Versuch, ein umfassendes und praktikables Schema aufzuspannen, in dem kognitive Ähnlichkeiten anhand der vier Kriterien Qualität, Quantität, Zeit und Ort als vergleichbare Realiät-abbildende Muster darstellbar werden. Realität von Strukturen und Abläufen, Naturgesetzen, reinen Denkmodellen, menschlichem Verhalten oder allem anderen, was wir uns gedanklich einprägen. Die nicht immer einfache Abstraktion auf solche 4-Kriterien Muster anstelle der „nur“ Darstellung des eigentlichen Sachverhaltes kann als gemeinsamer Nenner in der Folge eine interdisziplinäre Betrachtung ermöglichen. Lösungs- und Ergebnisräume können dokumentiert, antizipiert und für Bereiche angewandt werden, die auf solche Kombinationen sonst intrinsisch-allein nicht gekommen wären.   

WIE DAS IM EINZELNEN AUSSIEHT

Unsere Welt ist komplex. Und sie scheint in täglichen Aufgaben immer noch komplexer zu werden. Die beschleunigte Zunahme neuer Erkenntnisse wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Einerlei, ob Neuerungen wissenschaftlich-systematisch, zufällig oder auch maschinell (KI) entstehen. Wir sind verunsichert, weil eine steigende Anzahl unsichtbarer Zusammenhänge das Gefühl der eigenen Ohnmacht nur noch verstärkt. Religion, jahrhundertelang das Auffangbecken mit Tremendum und Faszinosum für die Akzeptanz der eigenen Beschränktheit, hat ihre Präsenz in der breiten Gesellschaft verloren. Viel schlimmer: Die Wahrnehmung natürlicher, technischer und sozialer unumkehrbare Veränderungen haben uns Heimeligkeit und „Gewohntheit“ unserer Welt genommen. Wo sollen wir hin? Was sollen wir mit verunsicherten Gedanken machen? Wie unser Handeln zukünftig ausrichten?

Nicht alle Herausforderungen lassen sich durch ein umfassendes praktikables Schema kognitiver Ähnlichkeiten zum Verständnis von Realität in Mustern mal eben so operationalisieren. Gleichwohl: Gelingt es uns, eine grundsätzlich geeignete Methode zu finden, die die Komplexität der Realität quasi in eine abstrakte Zwischenebene verlagern kann, wenn wir uns damit nur systematisch lange genug beschäftigen, dann gewinnen wir Kontrolle wieder zurück. Weil es nicht mehr nur eine einzig individuelle Beschreibung ist, sondern wir eine abstrakte methodologische Sprache haben, mit der wir umfassend in Mustern beschreiben können und damit quasi über der einzelnen Konstellation stehen. [Anm.: Es erinnert mich an eine Stelle im Alten Testament, die uns unser Religionslehrer vorgelesen hatte. Ich kenne sie aber nicht mehr. Dort bekommt (David?) jemand allein dadurch Macht über einen anderen, weil er dessen Namen kennt und ihn damit ansprechen kann.] Operationalisierbarkeit an dieser Stelle (messbar, bewertbar, vergleichbar) schafft Transparenz. Um die Realität in vereinfachte kognitiven Muster zu fassen, müssen wir einen geeigneten mehrdimensionalen Raum (Kriterien) aufspannen, durch den wir uns abstrakt bewegen und einzelne Kriterien darin variabilisieren. Auf der einen Seite darf die Anzahl der Kriterien nicht ins Unendliche gehen, weil sonst die angestrebte Komplexitätsreduktion und unser gedankliches Verständnis erneut verloren ginge. Auf der anderen Seite muss sie vielschichtig genug sein, um Wesensbestandteile wiederum nachhaltig und einzigartig so einzubringen, dass sie auch „rückgedacht“, d.h. in ihre ursprüngliche Einzelbetrachtung wieder weitgehend unverfälscht rückübertragen werden können. Als sinnvoll erscheinen mir dafür im Folgenden deshalb: Zeit, Raum, Qualität und Quantität. Alles, ja alles was wir als Geistiges im Sinne der Intentionalität (Brentano) kennen, packen wir nach und nach entlang der Achsen in diese Dimensionen als Muster. Es ist ein bisschen wie die (binäre) Digitalität von 0 und 1, die mittels Programmiersprachen im Stande ist, die Aufgaben zu operationalisieren. Hier sind Übergänge in die Gestaltung einer Künstlichen Intelligenz. Die grundsätzliche Herausforderung dort (bei der Abarbeitung von Datenmengen), dass Korrelation nicht gleichzeitig auch Kausalität bedeutet, könnte a) durch die statische Ähnlichkeit und b) Ähnlichkeit bei der theoretischen Variation einzelner Kriterien bessere Ergebnisse liefern, die realistischere Extrapolation bestehender Daten ermöglicht. Denn der statische Darstellung von 0 und 1 alleine fehlt wohlmöglich die Intentionalität des Geistigen, die gleichermaßen analytische Lösungsfindung wie auch kreative Neugestaltung in einer fast unendlich komplexen Welt ermöglicht. Hier simulieren wir jetzt durch systematische Analogien abgebildete Realitäten und ihre sich immer nach ähnlichen Mustern wiederholende Fortentwicklung. Wenn Intentionalität ein wesentliches Merkmal des Geistigen ist, könnte dieses Modell ein steuerbares Zwischenmedium darstellen, um unser eigenes Gehirn abzubilden.

Im digitalen (Zahl, Finger) Zeitalter haben wir gelernt, dass alles Darstellbare auch in einer binären Kombination von Nullen und Einsen dargestellt werden kann. Naja, offen gestanden hätten das Generationen vor uns auch schon nachverfolgen können, denn das erste Binärsystem wurde schon von dem (deutschen) Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibnitz entwickelt und der lebte 1646 bis 1716. Fairerweise gilt aber auch, dass erst mit seit neuestem massenhaft elektronisch speicherbaren und abrufbaren Binärdaten eine brauchbare umfassende Darstellung von jedweder Realität möglich ist. Seien wir deshalb mutig, aber nicht maßlos. Nehmen wir vier Dimensionen. Die erste Spezifizierung dieser vier Dimensionen könnte m.E. so aussehen:

Qualität ist die Eigenschaft einer Sache, die dazu führt, dass die erwarteten Ziele damit erreicht werden. Es ist die Effektivität, d.h. „die richtigen Dinge tun“. Gemäß dem Grundsatz, dass kein Wind auf See ein guter Wind sein kann, wenn man nicht weiß, wohin man eigentlich segeln will. Qualität ist der Vektor. Richtung und Stärke. Die Ausrichtung auf das Ziel ist auf der einen Seite wichtig. Was soll in der Konstellation erreicht werden? Auf der anderen Seite nehmen wir bei der Stärke (hilfsweise, vielleicht fällt noch etwas Besseres ein) Anleihe  beim ersten Hauptsatz der Thermodynamik. Als eine besondere Form des Energieerhaltungsgesetzes der Mechanik sagt er nur aus, dass Energien zwar ineinander umwandelbar sind, nicht aber gebildet oder vernichtet werden können. Formel: Die innere Energie (U) entspricht der Summe aus Wärme (Q) und aus Arbeit (W), d.h. Delta U = Delta Q + Delta W. Grob gesprochen: Es geht nichts verloren. Bewegungsenergie, Mechanische Lageenergie, Wärmeenergie, Kernenergie, Strahlungsenergie und chemische Energie können sich gegenseitig austauschen. Sowohl das „geht nichts verloren“ als auch das „können sich gegenseitig austauschen“ können auf unsere gedankliche Musterbetrachtung auch außerhalb der Mechanik angewandt werden. Sie sind die innere Stärke, die wir auf der Kriterienachse Qualität umwandeln können.

Quantität ist der Mengeneffekt, der wirkt. Die Wirkungslinie kann dabei in jeder Konstellation unterschiedlich laufen. „Viel hilft viel“ ist eine einfache Verknüpfung, das Gossensches Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen, der sogar negativ werden kann, schon eine Kurve mit Scheitelpunkt, dessen Erreichen besondere Effekte verspricht. Quantität ist dadurch unmittelbar verknüpft mit der Frage der Effizienz („Die Dinge richtig tun.“). In ihr spiegelt sich die Kohesion zwischen den einzelnen übrigen Kriterien wieder. Wie stark wirken sie aufeinander. 1:1? 1:-10, wie ist der Funktionsverlauf der gegenseitigen Bedingung bei Variation ceteris paribus, wie bei einer n-fachen Variation? Etwas, das in geringen Mengen hilft, ist in großer Dosis („Die Menge macht das Gift.“) tödlich. D.h. wir variieren mit der Menge an sich schon das Ergebnis der Gesamtkonstellation.   

Zeit: Die oben genannten Effekte können an der Zeitachse varriert werden. Wie stark entwickeln sich Auswirkungen an dieser Zeitachse? Wie ändern sich Qualität und Quantität? Macht es einen Unterschied bei den Auswirkungen, wenn die Zeitachse im Rahmen einzelner Variationen weiter gezogen wird, wie z.B. die regel- aber mäßige Einnahme eines Medikamentes? Wie müssen wir uns gedanklich den Zeit-Nullpunkt, den Urknall vorstellen? Wäre das die einzige Stelle wo Qualität, Quantität und Ort ohne die Zeit, die noch in einem Punkt liegt, inhärent vorliegen können?   

Der Ort hat ebenfalls immer eine eigene Auswirkung. Dabei ist die Verortung an sich immer nur im Bezug möglich. Einen absoluten Ort allein gibt es nicht, sondern immer nur bestimmte Orte, Konstellationen, in Bezug auf andere Orte. Und Orte, die unter anderen Qualitäts- und Zustandskriterien existieren. Eine Seeoberfläche kann im Sommer leicht mit einem Segelboot befahren werden. Die gleiche Oberfläche im Winter bei Vereisung eher mit Kufen, d.h. mit Gewicht, das das Eis kurz anschmelzt, um auf glatter Fläche mit kleinstem Wasserfilm zu rutschen. Der Ort ist der Angriffspunkt, die Stelle, die kleinste lokale Einheit, an der wir unser Muster in einer bestimmten Konstellation abstrakt darstellen.

An Beispielen zeigt sich, wie zunächst rein kognitive Musterähnlichkeiten in die Realität übersetzt und als Lösung für neue Probleme eingesetzt werden können. So kann die oben genannte Seeoberfläche im Sommer an Stelle eines normalen Segelbootes mit einem rumpfauftreibenden Foiler (z.B. Segelbootstyp „Motte“) über die Wasserfläche durch Geschwindigkeit (kinetische Energie, Lageenergie, s.o. Qualität) gehoben werden und so schnelleres vorankommen ermöglichen (Effizienz, Schnelligkeit als Quantität). Auf der Zeitachse ist das Lossegeln direkt über der Wasseroberfläche jedoch auch nicht möglich sondern erst, nachdem die Beschleunigung auf eine Mindestgeschwindigkeit erfolgte. Da der Ort (Höhe des Bootes über der Wasseroberfläche) leicht variiert, Wellen aufkommen können, ist eine beliebige Geschwindigkeit auch nicht mehr möglich (abnehmender Grenznutzen), da der Bug auch in eine Welle schießen kann und dann übel abgebremst wird. So wie die „Motte“ nur in einer optimalen Funktionskonstellation aller Parameter segelt, könnte auch die Einnahme von Medikamenten ähnlichen Wirkmustern unterliegen. Oder die Abwicklung von Geschäften mit Finanzderivaten. Oder soziale Beziehungsmuster.

Was hat ein „Handtuch“ nach diesen Gedanken mit der „Varusschlacht“ zu tun? Nun, die Wirksamkeit einer relativ großen Oberfläche als Angriffspunkt. Für einen begrenzen Zeitraum. Mit Grenznutzen. Das Handtuch hat viele kleine Fasern und kann nur so die Feuchtigkeit aufsaugen bzw. abnehmen. Im Vergleich dazu könnte eine Plastikplane das nicht. In der Varusschlacht wurden die Römer von den angreifenden Germanen unter Arminius deshalb vernichtend geschlagen, weil sie in langer Reihe aufgestellt durch die engen Wälder laufen mussten und mit dieser großen Oberfläche (anders als in der „Schildkröte“ bei offener Feldschlacht) einzeln fast ohne Chance einer Gegenwehr von einer lokalen Übermacht feindlicher Kämpfer geschlagen werden konnten, die sich darauf hin wieder zurückzogen. Nach der Dusche trocknen wir uns 30 Sekunden mit dem Handtuch ab. Dann sind wir trocken. In der Varusschlacht wurden die Römer in drei Tagen faktisch so hingemetzelt. Rein strukturell im Rahmen eines vereinfachten kognitiven Schemas war es der gleiche Effekt. D.h. wir können kognitive Muster-Parallelen anhand von Qualität, Quantität, Zeit und Ort ziehen. Auch bei Bereichen, in denen wir uns noch nicht auskennen aber systematisiert unter der Zuhilfenahme geeigneter Muster schneller heuristisch (?) oder auch systematisch theoretisch vorankommen. 

Der Sinn des Baukastens für ein umfassendes praktikables Schema kognitiver Ähnlichkeiten zum Verständnis der Realität in Mustern liegt also in der Anwendung, in der Steuerung und in der Fähigkeit, Muster der Realität darin abzubilden und für andere Konstellationen daraus abstrakt zu lernen.

BEYOND:

Dabei ist der Mensch, anders als eine Maschine, nicht nur befähigt für sondern vielmehr sogar angewiesen auf das in seiner Seele liegende Faszinosum. So bahnt sich der Weg innerer eigener Motivation, Neugier, Aufgeschlossenheit und Engagement. Künstliche Intelligenz, die Korrelationen sammelt, Kausalität testet und Entwicklung antizipiert, kann das nicht. Wir dürfen uns nicht bequemen, nur weil es um uns herum immer bequemer wird. Sonst wird für uns alles sehr gleich, sehr klein, sehr langweilig. Der leidenschaftslose Mensch ist wie Peter Sloterdijk in „Zorn und Zeit“ sagt, ohne Thymos (Mut, Eifer). (Vgl.:http://www.vns.somee.com/vns_themen_beschreibung.cshtml?id=30) „Es gibt Logik, es gibt Begehren: aber der Thymos fehlt. Kein Stolz, kein Gefühl für Würde und Ehre, keine Beherztheit, keine Selbstachtung. Die letzten Menschen haben kein Herz und sind unfähig zu Tugenden, zu Visionen und großen Unternehmungen. Sie sind konsumierende Gutmenschen, freiwillige Knechte in einer autonomen Herde.“ (ebenda). Umso mehr wollen wir uns bemühen, unser Denken zu weiten, wo es der menschlichen Natur entspricht, als soziale Wesen, die nicht nur dümmlich weiter sammeln, der Völlerei und der Habgier ergeben.

Denn sonst „Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinauswirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!.“ (Friedrich Nietzsche, Abschnitt in der Vorrede des Zarathustra) 

Autor: Manfred K. Wolff

Eine kurze Einführung in die aktuelle politische Problemstellung, den Denkansatz des CoviScope und die dadurch ermöglichte neue Lockerungs- und Smart Cocooning Strategie.

Man darf Fehler machen, aber nicht zweimal den gleichen. Worauf es jetzt für die westlichen Demokratien vor allem ankommt, ist als Gemeinwesen zu lernen,

– für die nächste Phase,

– für eine mögliche zweite und weitere Wellen,

– für die Möglichkeit einer gefährlichen Mutation oder gar einer neuen Pandemie.

Aus der in der westlichen Welt noch völlig unbewältigten SARS-Cov-2-Pandemie lässt sich schon jetzt eines ganz klar lernen: Für die Bewältigung von Pandemien in einer globalisierten Welt gibt es eigentlich nur zwei wirklich erfolgreiche Strategien, eine intelligente, die Vorbereitet-Sein sowie Mut und Konsequenz erfordert, und eine totalitäre.

– Hauptmerkmal der intelligenten Strategie ist, dass schon sehr früh sehr entschlossen interveniert wird. Inhaltlich beruht sie auf drei Komponenten, flächigem Testen, intrusivem Tracking und der konsequenten Isolation von Infizierten und ihren Kontaktpersonen.

– Die totalitäre Strategie verhängt einen globalen, mit brachialen Mitteln durchgesetzten Lockdown. Dieser beeinträchtigt die Wirtschaft sehr, aber nur für einen relativ kurzen Zeitraum.

Zu dem ersten Weg waren wir aus strukturellen Gründen, aber auch aufgrund mancher der handelnden Personen nicht in der Lage. Der zweite Weg ist für an dem Ideal der Menschenwürde ausgerichtete Demokratien keine Option. Dennoch haben wir uns in Deutschland bislang ganz passabel geschlagen.

Wenn man aber ehrlich ist, muss man auch zugeben, dass die SARS-CoV-2-Pandemie viele der strukturellen Schwächen unserer westlichen „Schön-Wetter-Demokratien“ gnadenlos aufgedeckt hat:

– Die Kriterien, nach denen Personen in hohe Ämter gewählt werden, haben oft kaum etwas mit den Eigenschaften zu tun, die sie bräuchten, um diesen Ämtern dann auch gerecht zu werden.

– Nachdenken über die Zukunft, weitsichtige Innovationsstrategien und verantwortliche Vorbereitung auf Eventualfälle sind bei den Wählern nicht gefragt. Auch die Medien versagen in ihrer Sucht nach Skandalen und Sensationen darin, dies zum Thema und zum Kriterium zu machen.

– Das ständige Buhlen um Wählergunst und ständiges Kompromisssuchen sind mit klarsichtiger, mutiger Führung in der Krise nahezu unvereinbar. Nur politische Ausnahmetalente können dies halbwegs – und meist auch nur für einen begrenzten Zeitraum – miteinander verbinden.

– Selbst in wissenschaftlichen Beratungseinrichtungen, werden oft Personen aus politischen Gründen an die Spitze gehievt, die in Krisen dann weitgehend versagen, aber nicht mehr ausgetauscht werden können.

Alle diese Schwächen müssen wir nach der Krise in Angriff nehmen. Nur dann werden wir die Demokratie und unsere freiheitlich-rechtsstaatliche Grundordnung erhalten – die ihrerseits wiederum die Voraussetzung unserer europäischen, auf der Idee der Menschenwürde aufbauenden und auf die Verbindung von individueller Freiheit und sozialer Verantwortung ausgerichteten Lebensform sind.

So viel vorab zu den politischen Rahmenbedingungen, mit denen die folgenden Vorschläge zurechtkommen müssen. Ganz konkret geht es jetzt jedoch darum eine intelligente Strategie für die nächsten 6- 12 Monate zu entwickeln. Deren Eckpfeiler lassen sich schon einigermaßen klar formulieren:

– Ein monatelanges Hin-und-Her zwischen partiellen Lockerungen, ansteigenden R-Faktoren und deshalb wieder erforderlichen Verschärfungen des Lockdowns wäre fatal, sowohl gesundheitspolitisch wie auch von seinen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen her.

– Zugleich ist die Situation zu sehr von komplexen Wechselwirkungen und nicht-linearen Dynamiken geprägt, als dass es einen Masterplan geben könnte. Wir müssen ständig dazu lernen und adaptiv handeln. Dies aber hat eine entscheidende Voraussetzung: Viel mehr Transparenz.

– Unsere mächtigste Waffe im Kampf gegen die Pandemie haben wir noch nicht einmal erkannt, geschweige denn genutzt: Ein KI-basierter, rapider Erkenntnisgewinn und daraus abgeleitete, ständig aktualisierte Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung, Ärzte und Bürger.

– Das „CoviScope“ hat genau diese Aufgabe. Es ist mit den derzeit schon vorhandenen oder gerade noch in Entwicklung befindlichen Symptom-Checkern und Tracking voll kompatibel und greift deren Ergebnisse auf. Auf der Basis von den so gewonnenen Daten sowie einer dritten, neuartigen Bürger-App, wird ein kontinuierliches, upgedatetes Lagebild geschaffen und es werden die jeweiligen Handlungsspielräume für Politik, Verwaltung, Ärzte und Bürger aufgezeigt.

– Insgesamt besteht das CoviScope aus drei Grundkomponenten, erstens einer neuartigen Bürger-App, der „CoviApp“, zweitens dem „CoviBrain“ als zentraler Datenerfassung und Auswertung, sowie drittens dem „CoviPad“ als einem Tablett zur laufenden Information- und Arbeitsunterstützung der Ärztinnen und Ärzte.

– Bei der ersten Komponente, der CoviApp, geht es um Erkenntnisgewinn und die Eröffnung neuer Handlungsmöglichkeiten in den folgenden vier Dimensionen:

(1) Wir suchen systematisch nach schon zugelassenen Wirkstoffen, deren langfristige Einnahme bei Risikopatienten zu einem asymptomatischen oder milden Verlauf beigetragen haben könnte.

(2) Wir identifizieren Genesene, die einen asymptomatischen oder milden Verlauf der Infektion hatten und laden sie zu einem Anti-Körper-Test ein. Fällt dieser positiv aus (AK+), so werden sie um eine ca. 45 Minuten in Anspruch nehmende Plasmaspende gebeten und erhalten eine Carte Blanche. Hintergrund dafür ist, dass die Gabe von Antikörper-Plasma zur Zeit die mit Abstand wirkungsvollste und zugleich am wenigsten gefährliche Intervention bei schwererkrankten Covid-19-Patienten darstellt.

(3) Wir ermöglichen „Smart Cocooning“ für die am meisten Gefährdeten. Diese werden nicht mehr „weggesperrt“ und vor Ort versorgt. Sie können sich vielmehr frei bewegen, aber in zeitlich und/oder räumlich so ausgewählten Bereichen, dass ihre Virus-Exposition konsequent minimiert wird. Wer nicht zu dieser Gruppe gehört, erfährt über die CoviApp seinen aktuellen Risiko-Status, z.B. auf einer Skala von 0 (AK+) bis 5. Als unmittelbare Kontaktpersonen für die am meisten Gefährdeten kann dann im Wesentlichen auf den – zum Glück ja rasch anwachsenden – Personenkreis mit RS 0 zurückgegriffen werden. Hier geht es vom Betreuungspersonal in Alten- und Pflegeheimen, über spezielle Wege und spezielle Bereiche in öffentlichen Parks oder Behörden, bis hin zu speziellen Zeitzonen oder Räumlichkeiten mit RS 0-Personal in Gaststätten und Läden. All diese Smart-Cocooning-Bereiche müssen nicht physikalisch ausgewiesen werden. Die Bürger können in Echtzeit über ihre Covi-App darüber informiert werden, ob ihr Aufenthaltsort bzw. ihr Ziel zu ihrem derzeitigen RS-Wert passt oder nicht.

(4) Wir ermöglichen „Smart Testing“ als eine neue Form von dezentralen klinischen Tests in kleineren Gruppen mit der Möglichkeit einer verzuglosen Anpassung des jeweiligen Versuchsprotokolls. Bislang sind klinische Tests sehr zeit- und kostenaufwendige Verfahren, die relativ starren Protokollen folgen – und deshalb oft auch nur einen sehr überschaubaren Erkenntnisgewinn bringen. Der wiederum stark KI-basierte Smart Testing-Ansatz ermöglicht eine parametrische Variation nahezu aller Variablen. Man kann z.B. mit extrem geringen Dosierungen eines neuen Wirkstoffs beginnen. Die Testteilnehmer dokumentieren dann mit festlegbarer Frequenz, in jedem Falle aber mehrmals täglich, ihre aktuelle Befindlichkeit – mit besonderer Betonung aller positiven oder negativen Veränderungen. Mittels einer KI-basierten Synopse können dann in Echtzeit auch schon erste, schwache Anzeichen problematischer Entwicklungen erkannt und es kann darauf ohne jeden Zeitverzug reagiert werden. So kann die Entwicklungszeit neuer Medikamente und Impfstoffe signifikant verringert werden.

– Die zweite Grundkomponente des Gesamtsystems ist das „CoviBrain“. Hierbei handelt es sich erstens um den Ort der zentralen Datenerfassung und Auswertung. Zweitens wird dort das ständig aktualisierte, einen synoptischen Überblick gebende und von dort aus dann frei zoombare Lagebild für Politik und Verwaltung erzeugt. Die dritte Funktion des CoviBrain ist die Sichtbarmachung der aktuellen Handlungsspielräumen sowie die Erzeugung von daraus abgeleiteten, Schritt für Schritt nachvollziehbaren Handlungsempfehlungen.

– Die dritte Grundkomponente ist das „CoviPad“. Dabei handelt es um eine sogenannte „cognitive workbench“ für Ärzte und Ärztinnen. Dies ist eine personalisierbare Arbeitsumgebung, die wiederum drei Funktionen hat. Erstens werden alle Nutzer ständig – in einer nach individuellen Präferenzen gestaltbaren Form – mit den neuesten relevanten Informationen versorgt. Zweitens werden die Erstellung und Dokumentation von Anamnese, Diagnose und Therapiezusammenstellung massiv vereinfacht, sodass gut zwei Drittel der heutigen Eingabe- und Verwaltungslast entfällt. Drittens werden die jeweils aus dem neuesten Kenntnisstand resultierenden Handlungsmöglichkeiten patientenspezifisch graphisch dargestellt und die entsprechenden Abwägungs- und Entscheidungsprozessen in transparenter, Schritt für Schritt nachvollzieh- oder auch bezweifelbarer Weise unterstützt. Dies geschieht ganz bewusst unter Vermeidung jeglicher „black box“-Effekte und jeglicher Form der Bevormundung.

Insgesamt soll das CoviScope dazu beitragen unseren bisherigen Umgang mit der SARS-CoV-2-Pandemie gleichsam vom Kopf auf die Füße zu stellen. Während wir bislang extrem viel im Blindflug agieren und weitreichendste Entscheidungen in sehr kontroversen, oftmals nur wenig auf Sachargumenten basierenden Prozessen zustande kommen, soll hier, soweit unter Einsatz der neuesten Technologien nur irgend möglich, Transparenz geschaffen und damit die Voraussetzung für erkenntnisgeleitetes und verantwortliches Entscheiden und Handeln geschaffen werden.

Der große Vorteil ist, dass die Parmenides Stiftung auf ca. 20 Jahre an Grundlagenforschung zu komplexem Denken sowie gut 10 Jahre der anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu genau diesem Thema, der KI-Unterstützung von medizinischen Denk- und Entscheidungsprozessen, zurückgreifen konnte. Dadurch liegen alle Module des CoviScope schon in der ein oder anderen Form vor und müssen nur noch für diese spezielle Aufgabenstellung angepasst und zu einem Gesamtsystem integriert werden. Aufbauend auf den schon im Januar begonnenen Arbeiten an dem konkreten CoviScope-Projekt können die ersten Module, d.h. schon autonom nutzbare Teile der CoviApp und des CoviBrain, innerhalb von 2-3 Wochen einsatzbereit sein. Eine erste Version des Gesamtsystems kann bis Ende Juni oder Anfang Juli fertiggestellt werden. Dies macht es möglich, Politiker und Verwaltung, Ärztinnen und Ärzte sowie Bürgerinnen und Bürger noch während der entscheidenden nächsten Monate mit neuen strategischen Optionen und neuartigen Service-Leistungen zu unterstützen.

Autor: Prof. Dr. Albrecht von Müller

… ermöglicht besondere persönliche Gespräche an besonderen Locations. Wir verstehen dies als Brücke zwischen Alt und Jung, Erfahrung und Erkundung. Diese App informiert über aktuelle und bisherige Treffen.

Unsere Gespräche ermöglichen eine Bestimmung des eigenen Weges von Nachwuchskräften und engagierten Junior(inn)en. Sie fördern Aufgeschlossenheit, Toleranz und Engagement. Sie bieten die Chance, außergewöhnliche Menschen aus der Nähe kennen zu lernen und Anregungen für die eigene Weiterentwicklung zu gewinnen. Unsere Veranstaltungen sind nicht-öffentlich und nicht-kommerziell. Die Teilnahme ist personenbezogen und nicht übertragbar.

Privatissime bedeutet, dass die Gesprächsinhalte vertraulich bleiben. Nach 2-3 Stunden Gespräch gehen alle den eigenen Weg wieder weiter.

Weitere Informationen: colloquium-privatissime.de

Bereits seit 2005 arbeitet der BDOA e.V. an einem Konzept, das nach Scheinen und Münzen auch elektronische Digits als dritten „Aggregatzustand“ des Bargeldes ermöglichen soll. 2008 und 2009 gab es dazu zusammen mit dem HDE, bevh, Eurocommerce und der Kanzlei GSK Stockmann auch eine Präsentation durch den BDOA bei der EZB. Die handelnden Personen der EZB gaben dem BDOA zwar in der Analyse und den Schlussfolgerungen Recht, sahen jedoch daraus noch keine eigene Handlungsnotwendigkeit. Ziel wäre es, die bisher rein privatwirtschaftlich organisierte digitale direkte Zahlungslandschaft auch durch EZB-Standards oder die eigene Herausgabe von Euro-Digits zu gestalten. Die bisher übliche a) umfangreiche Erhebung personenbezogener Daten bei Zahlungsvorgängen sowie die b) Kontrolle M1-ähnlicher Geldmengen außerhalb des Einflussbereiches der EZB könnten damit verringert werden. Der BDOA hält vor allem letzteres für dringend geboten. Denn eine Volkswirtschaft, die ihre Geldwirtschaft nicht mehr komplett kontrolliert, verlöre damit unseres Erachtens schon mittelfristig auch Einfluss bei der Gestaltung von Politik und Lebensverhältnissen.

Weitere Informationen: info@bdoa.de   

Mithilfe digitaler Unterstützung ist eine fahrspurabhängige Straßenbenutzungsgebühr (LBRP, lane based road pricing) aus Sicht des BDOA sinnvoller, als pauschale Abgaben in diesem Bereich. Das Konzept stellte der BDOA bereits 2004 erstmals vor, aktuell wird es wieder überarbeitet.

Grundgedanke ist, dass die Straßennutzer (primär Autobahn) durch Anreiz dazu angehalten sind, rechts zu fahren und die linkeren Spuren für schneller Fahrzeuge eher frei zu lassen. D.h. es handelt sich im besten ordoliberalen Sinn um zielführende Rahmenbedingungen für die Verkehrsteilnehmer anstelle interventionistischer Eingriffe. Wenn z.B. die linke Spur 4 Cent/km kostet, die mittlere 2 Cent/km und die rechte wäre free-of-charge, dann würde das den Verkehrsfluss erheblich verbessern. Grundkonzept: Eilige Verkehrsteilnehmer würden über Gebühren die Straßennutzung der übrigen Verkehrsteilnehmer so mit finanzieren. Übergangsregelungen für Überholvorgänge (z.B. jeweils 800m free-of-charge auf jeder Spur) sowie für Staus. Die Abrechnung könnte über Online Payment und GPRS Systeme bereits heute problemlos abgewickelt werden. Durch „pay-as-you-go“ würden auch keine personenbezogenen Daten erfasst, d.h. mit Zahlungseingang würden alle Daten des Nutzers unwiederbringlich gelöscht. Den Nachweis hat allein der Nutzer und kann ihn, falls keine Kontrollen erfolgen, durch Voreinstellung automatisch beim Verlassen der Autobahn selber wieder löschen.

Weitere Informationen: info@bdoa.de

Unter dem Arbeitstitel “ESSO” stellt der BDOA e.V. ein Konzept für intereuropäische Zusammenarbeit vor, das den aktuellen sozialökonoimschen Risiken zeitgemäß entgegenwirken soll.

Es wird eine Organisation angedacht, die “European Social Services Organisation”, mit dem Ziel sozialen, wirtschaftlichen, ausbildungsseitigen und friedenerhaltenden Ausgleich zu schaffen. Diese Organisation soll in allen Bereichen Gruppen koordinieren, die sich digital austauschen und individuelle Arbeitsziele erreichen sollen. Hierbei sind die Bereiche “Education & Society”, “Health & Sports”, “Infrastructure & Maintenance”, “Nature & Environment”, “Law & Administration” und “Defence & Combats” vorgeschlagen.

Die Konzeption kann man im Folgenden herunterladen – der BDOA e.V. freut sich über Feedback und Anregungen an die info@bdoa.de.