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»Soziale Netzwerke drohen eigene Wirtschafts- und Zahlungskreisläufe zu betreiben.«

Geld ist was gilt bzw. was die Geldfunktionen erfüllt. Gelingt es der Zentralbank, Geld gleichermaßen zur soliden Wertaufbewahrung, als Recheneinheit, Tausch- und Wertausgleichsmittel zu etablieren, dann wird es akzeptiert. Ansonsten übernehmen andere Akteure die Geldfunktionen, etwa zur Spekulation oder Repräsentation. Im Eurosystem verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) neben der Geldwertstabilität zunehmend weitere Ziele, etwa die Rettung von Firmen und Geschäftsbanken oder neuerdings den Umwelt- und Klimaschutz. Digitales Geld könnte im Handel Smart Contracts und automatische Abos beschleunigen. Manche denken an programmierbares Geld, dessen Kaufkraft und Wert sich an das Verhalten der Inhaber anpasst. Vom Primat der Geldwertstabilität wären wir damit weit entfernt. Heute schon werden Geldfunktionen von sogenannten Schattenbanken bestimmt, auch Crypto-Assets wie Bitcoin & Co. spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Es wäre sogar denkbar, dass Soziale Netzwerke in Zukunft eigene Wirtschafts- und Zahlungskreisläufe betreiben und sogar Rechtsstreitigkeiten intern regeln, was erheblichen sozialen Sprengstoff bedeuten würde.

Aktuell reagiert die EZB und plant zusammen mit den Geschäftsbanken ein zweistufiges Schema. Anders als 2008/10 vom BDOA als Virtual Micro Money für effizientere Kleinzahlungen konzipiert, könnte der Digitale Euro nun nicht das physische Bargeld 1:1 ergänzen, sondern sich als eToken aus Bar- und Giralgeld zusammensetzen. Es bleibt abzuwarten, ob dies durch Mehrwert die notwendige breite Akzeptanz im Rahmen der oben genannten Geldfunktionen finden kann. Eine Volkswirtschaft muss ihre Geldwirtschaft aber unter Kontrolle behalten, um ihre demokratische Legitimation weiter ausüben zu können. Hoffen und handeln wir gemeinsam, dass dies europäisch mit allen Anforderungen gelingt.

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