KI ist 2026 das Rückgrat des Online-Business, weil sie Kaufentscheidungen zunehmend an intelligente Agenten delegiert, Customer Journeys personalisiert und Marketingprozesse radikal automatisiert. Parallel dazu entstehen neue Spielfelder von Social Commerce über Web3 bis hin zu strengeren Datenschutzstandards, die digitale Geschäftsmodelle neu ausrichten. Warum KI 2026 so entscheidend ist: Agentische Systeme übernehmen Käufe. KI-Agenten recherchieren Angebote, vergleichen Preise und bereiten Käufe bis zum Checkout vor – der eigentliche Klick erfolgt oft nicht mehr im klassischen Shop-Frontend. Wer seine Produktdaten, Schnittstellen und Workflows nicht KI-fähig macht, verliert Sichtbarkeit in diesen neuen „Agenten-Ökosystemen“. Hyper-Personalisierung wird Standard: Shops nutzen prädiktive Analysen, um Inhalte, Empfehlungen und Preise in Echtzeit auf einzelne Nutzer zuzuschneiden und so Conversion, Warenkorbwert und Kundenbindung deutlich zu steigern. Kundinnen erwarten, dass der Shop ihre Bedürfnisse „von selbst“ erkennt – Filterlisten und statische Kampagnen wirken 2026 schnell veraltet. Marketing wird KI-first: Routineaufgaben in Kampagnenplanung, Content-Produktion, Targeting und Reporting werden weitgehend automatisiert, wodurch Marketingteams sich auf Strategie und kreative Tests konzentrieren können. Datenqualität und Data Governance werden zur geschäftskritischen Voraussetzung, damit KI-Modelle zuverlässig optimieren können. Das sind aus Sicht des BDOA die Trends:
Trend 1: KI-Suchen & neue Sichtbarkeit
Dialogbasierte KI-Suchen: Nutzer führen mit Assistenten ganze Gespräche, kombinieren Text, Bild und Audio und lassen sich bis zu konkreten Produktempfehlungen führen. Dadurch erreichen Shops weniger, aber deutlich qualifiziertere Besucher, die schon mit klaren Kaufabsichten kommen. Neue Protokolle & Standards: Formate wie ein Universal Commerce Protocol oder spezialisierte Datenfeeds werden wichtig, um Produkte für KI-Suchen „lesbar“ und rankbar zu machen. Wer strukturierte, vollständige und aktuelle Produktdaten liefert, verschafft sich einen Sichtbarkeitsvorteil gegenüber Wettbewerbern.
Trend 2: Social & Live Commerce
Social Media als Verkaufsfläche: Shoppable Posts, Live-Shopping-Events und Creator-Stores verschmelzen Content, Community und Checkout, sodass der Kauf direkt aus Reels, Stories oder Streams erfolgt. KI unterstützt, indem sie Creators, Zielgruppen und Produkte optimal matcht und Kampagnen in Echtzeit optimiert. Echtzeit-Interaktion: Kurzvideo-Formate, Live-Chats und AR-Features (z.B. virtuelle Anprobe) senken Barrieren im Kaufprozess und erhöhen die Impulskaufrate. Marken, die Social Commerce nicht als eigenen Vertriebskanal mit klaren Funnel-Strategien behandeln, verschenken Umsatzpotenzial.
Trend 3: First-Party-Daten & Datenschutz
Strengere Datenschutzregeln: Schärfere Privacy-Gesetze und das Auslaufen klassischer Third-Party-Cookies zwingen Unternehmen dazu, stärker auf selbst erhobene Kundendaten zu setzen. KI-Modelle arbeiten darum vermehrt mit First-Party-Daten aus Shop, CRM und Service, um personalisierte, aber regelkonforme Erlebnisse zu bauen. Vertrauensbasierte Datennutzung: Transparente Einwilligungen, klare Mehrwerte (z.B. bessere Empfehlungen, exklusive Inhalte) und sichere Dateninfrastruktur werden zum Wettbewerbsvorteil. Vertrauen ist 2026 ein zentraler Faktor für Conversion und Loyalität im Online-Business.
Trend 4: Web3 & Community-getriebene Marken
Nutzerkontrolle über Identität: Web3-Ansätze verschieben die Daten- und Identitätskontrolle stärker zu den Nutzern, wodurch virtuelle Communities und Token-basierte Ökosysteme an Bedeutung gewinnen. Marken müssen lernen, in dezentralen Räumen präsent zu sein, anstatt allein auf zentrale Plattformen zu setzen. Tokenisierte Angebote: NFTs und Access-Tokens ermöglichen exklusive Inhalte, Membership-Modelle oder Belohnungen für Engagement, was neue Loyalitäts- und Monetarisierungsmodelle schafft. Für Online-Businesses entstehen damit zusätzliche Umsatzströme jenseits klassischer Produktverkäufe.
Trend 5: KI-gestützter Service & Self-Service
Smarte Chatbots als Berater: KI-gestützte Chatbots und Assistenten werden zu vollwertigen Kauf- und Serviceberatern, die individuelle Fragen verstehen, Produkte erklären und Probleme direkt lösen. Dies reduziert Supportkosten, beschleunigt Reaktionszeiten und hebt die Service-Experience auf ein rund um die Uhr verfügbares Niveau. Self-Service-Portale: Kunden erledigen Retouren, Reklamationen oder Vertragsänderungen zunehmend selbst in intelligenten Portalen, die aus Anfragen lernen und stetig besser werden. Unternehmen, die Serviceprozesse so gestalten, dass sie in KI-Agenten und -Assistenten integriert werden können, stärken Kundenbindung und Effizienz zugleich.
Für diese Aufgaben braucht es eine starke Gemeinschaft zur digitalen Aus- und Weiterbildung kommerzieller und nicht-kommerzieller Organisationen. Hierzu steht der BDOA auch 2026 mit Fachvorträgen, Fachgruppen und einzelnen Initiativen bereit.
Ihr/Euer Manfred Wolff
