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Gemeinsame Pressemitteilung HDE und BDOA - Die Zeit ist reif für einen digitalen Euro

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Gemeinsame Pressemitteilung HDE und BDOA - Die Zeit ist reif für einen digitalen Euro

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesverband der Dienstleister für Online-Anbieter (BDOA) setzen sich gemeinsam für die Einführung eines staatlichen digitalen Euros ein. Das Eurosystem sollte die Möglichkeiten eines digitalen Euros intensiv prüfen und Vorschläge zur Umsetzung machen. Im Vordergrund muss dabei stehen, die Vorteile des heutigen Bargelds mit den Vorteilen einer digitalen Handhabung zu verknüpfen. Die Wirtschaft braucht in einer zunehmend digitalen Welt unabhängige Alternativen zu den globalen Zahlungssystemen.

Die Diskussionen über einen digitalen Euro gewinnen wieder an Fahrt. Bereits 2008 hatten u.a. HDE und BDOA mit der Europäischen Zentralbank EZB über die Herausgabe von Euro-Bargeld in digitaler Dimension diskutiert. Damals wie heute besteht die Zielsetzung im Zahlungsverkehr zwischen Verbrauchern und Handel aus Sicht der Verbände darin, über ein geeignetes digitales europäisches Bezahlverfahren zu verfügen, um alle Kaufvorgänge jederzeit sicher, kostengünstig und zuverlässig abwickeln zu können. Es gilt nun zu prüfen, ob digitale Zahlungen weiterhin über die etablierten unbaren Zahlungssysteme (sogenannte PaymentSchemes) abgewickelt werden oder ob eine digitale Variante des gesetzlichen Bargelds eingeführt werden sollte. Gerade vor dem Hintergrund internationaler Initiativen zu sogenannten Stable Coins und der verfügbaren Blockchain-Technologie stellt sich für weite Teile des Handels und der Wirtschaft die Frage nach Planungssicherheit.

Ein Aspekt trägt insbesondere dazu bei, dass digitales Geld wieder in der Diskussion ist und faktisch bereits zu Entscheidungen in den Unternehmen führt, unabhängig davon, ob es staatliche digitale Lösungen gibt. So hat die Tokenisierung von Werten im Nichtbankensektor bereits begonnen. Es entstehen derzeit alle Arten von Digits, die mal ohne, wie die bekannte Bitcoin, und mal mit verschiedensten Deckungen eine Zentralbank-ähnliche Währung ermöglichen (Stable Coins). Tauschmittelfunktion, Rechenmittelfunktion und die Wertaufbewahrungsfunktion sind so mehr oder weniger schon heute mit digitalen Einheiten möglich und werden zunehmend genutzt. Ob diese Tokens/Digits künftig überhaupt noch die Anforderung „Gesetzliches Zahlungsmittel“ in einem multinationalen Handelsumfeld benötigen erscheint bei aktueller Betrachtung zumindest fraglich. Weiterhin stellt sich die Frage, welche Zukunft und welchen Einfluss Zentralbanken wie die EZB zukünftig vor dem Hintergrund privater Währungen noch haben und in der Folge, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen könnte, wenn staatliche Kontrolle über die Geldwirtschaft nicht mehr möglich ist.. Schließlich bereiten einzelne Player wie z.B. die Schwedische Reichsbank mit der eKrona, jetzt schon eine eigene digitale Währung vor.

Welcher Umsetzungsweg für die Digitalisierung des Bargelds der richtige ist, sollte aus Sicht der Verbände schnellstmöglich in einem gemeinsamen Vorgehen von Politik, Banken und dem Nichtbankensektor bewertet werden.

Mit der Herausgabe von staatlich reguliertem digitalen Geld könnten sich erhebliche positive Effekte ergeben: Mehr Transaktionen und Käufe führen unmittelbar zu positiven volkswirtschaftlichen Einkommenseffekten. Die Abhänigkeit von globalen Zahlungssystemen wird verringert. Umfangreiche Abfragen personenbezogener Daten im Vorfeld einer Zahlungstransaktion können entfallen. Das Eurosystem hat mit der Ausgabe digitaler Euro eine marktgetriebene statt eine nur gesetzlich erzwungenen Chance, die Geldwirtschaft aktiv in der eigenen Hand zu behalten.

Aus Sicht der Verbände ist daher eine Neubewertung der Frage notwendig, ob eine europäische staatliche digitale Währung auf Basis des stabilen Euros eingeführt werden soll. Die Verbände sehen in einem digitalen Euro wesentliche Vorteile, um eine effiziente Zahlungsabwicklung auch in zunehmend digitaler Umgebung zu erhalten ohne dem Einfluss internationaler privater Akteure zu unterliegen.

Ansprechpartner:
Manfred K. Wolff
Vorsitzender des Vorstandes
Bundesverband der Dienstleister für Online Anbieter BDOA e.V.
Am Lehnitzsee 3
14476 Potsdam
manfred.wolff@bdoa.de


Ulrich Binnebößel
Zahlungsverkehr, Logistik
Handelsverband Deutschland – HDE e.V.
Am Weidendamm 1A
10117 Berlin
binneboessel@hde.de

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